Jännerzeilen und "Das bessere Gianduja”

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Liebe Freund:innen der guten Schokolade,

zum Jahresbeginn wünsche ich euch, dass ihr gesund und zufrieden seid und bleibt und ich stelle die Tafelpost “Das bessere Gianduja” vor.

Die Geschichte von Gianduja ist eine von Konflikten, Schokoladenknappheit und Preisexplosionen. Zwar ist es nicht endgültig geklärt, wann und wo genau diese Liaison von Haselnüssen und Schokolade ihre Premiere hatte, ist die Erfindung in Italien im 19. Jahrhundert zu verorten, im folgenden Jahrhundert hat Ferrero mit „Nutella“ die Frühstückswelt erobert. Die Beliebtheit des Duos Schokolade und Nüsse ist ungebrochen. Die Tafelpost „Das bessere Gianduja“ ist eine Reise durch die Schokoladengeschichte und lobt die Verarbeitung von Nüssen als eine Möglichkeit, die nussige Vorliebe von Konsument:innen als Inspirationsquell zu nutzen. Vor allem will sie Schokoladentafeln vorstellen, die das Prinzip von Gianduja mit hochwertigen, geliebten Zutaten wie Erdnussbutter, gerösteten Piemont-Haselnüssen oder Cashew-Milch gekonnt neu umsetzen.

Was ist drinnen? Vier ausgewählte Single-Origin Tafeln, eine Lektüre zum Thema, Hersteller:innen und Ursprüngen, sowie die Gebrauchsanweisung für einen freudvollen Umgang mit Schokolade fürs Verkosten und Genießen zuhause.

Vorbestellungen gerne im Onlineshop sowie unter hello@tafelkuratorin.net

Versand erfolgt am 1. Februar

Die Tafelpost ist übrigens nicht aufbauend, daher kann jederzeit eine Einzelausgabe oder quereingestiegen werden. Die Tafelpost kann aber auch als Dauerabo bezogen werden, dann wird sie automatisch, sobald eine neue Ausgabe da ist, zugeschickt.


Wem die Schokoladenvorräte ausgegangen sind — und Nervenfutter brauchen wir aufgrund der Nachrichten und der Wetterlage alle — dem sei ein Besuch im Dauersortiment nahe gelegt. Der Serotonin-Haushalt wird sich für den Konsum von guter Schokolade erkenntlich zeigen.

(Dauerabonennent:innen können gerne Bescheid geben, wenn sie etwas davon zur nächsten Auslieferung dazu gepackt haben möchten)


Und sonst?

…wars in den letzten Wochen weniger aufregend als beim letzten Mal an dieser Stelle, krankheits- und feiertagsbedingt. Berichterstatten darf ich trotzdem vom Erlebten.

✴️ Es war jetzt das dritte Jahr in Folge, dass mich über diese Weihnachtsfeiertage mein Körper in die kranken Knie gezwungen hat. Aber schöne, unterhaltsame Stunden mit der Familie — meine Mama hat einen runden Geburtstag gefeiert, mein Papa hat gemeint, dass ich ausschaue wie ein Wiener Sängerknabe, siehe Foto oben, der Neffe war im Geschenkeglück — und Freunden — die Verpflegung und Bespaßung zu Silvester bei uns gefunden haben — waren trotzdem drinnen, ebenso hab ich das deutlich wärmere Hallenbad in der oberösterreichischen Heimat sehr für meine Schwimmlust genutzt, Katzenbäuche exzessiv gestreichelt und nach bestem Wissen gefaulenzt.

🍴 Kulinarisch hab ich ein paar Mitteilungen. Für die Geburtstagstorte meiner Mama hab ich mich ordentlich ins Zeug gehaut und einen (wie im Rezept vermerkt und dann ja auch der Rezipientin entsprechenden) *majestätischen* Honigkuchen mit einem Ahornsirup-Frischkäse-Topping und viel Blüten geschmückt angefertigt. Zu Silvester hab ich zuhause Freund:innen bekocht, am Menü stand u.a. ein getrüffeltes Artischocken-Bohnen-Püree, süß-saures Sellerie-Agrodolce und ein Schokoladenmousse mit Kakaonib-Olivenöl-Salsa — damit war ich ausgesprochen zufrieden 🤌. Vorgestern hab ich das neue Xpedit beschnuppert mit einem Aperitif und hab dieses von mir einst sehr geliebte, dann nicht mehr besonders angenehme Lokal wieder in mein Repertoire aufgenommen. Hiermit also eine Empfehlung für diese gelungene Renaissance im Ersten. Wir bleiben im selben Bezirk: wem es nach gutem indischen Essen gelüstet, die mögen sich eine Reservierung im In-Dish machen. Euch erwartet gehobenere Küche und durchaus Gerichte abseits vom Standardmenü, wenngleich die Klassiker nicht zu kurz kommen. Ehrlicherweise immer bummvoll und höherpreisig, aber sehr köstlich!

🎟️ Die freien und kranken Tage eignen sich ja bestens für Filme schauen. Einen der besten Winter-Filme, den ich wieder geschaut habe und hier schon mal empfohlen habe, ist The Holdovers. Meines Erachtens nach muss der in den Weihnachtsfilm-Kanon aufgenommen werden. Auf meiner Gestreamed-Liste ist auch noch The Mastermind (fand ich ok), The Roses (unterhaltsam, viel Architektur bewundert aber sehr dämliche Story), der neue Wonka (der hat mir sehr gefallen), Carol (wow #1), Memories of Murder (wow #2), The Royal Tennenbaums (Wes Anderson ist halt irgendwie immer das gleiche), Bottoms (sympathisch) und Promising Young Woman (der mich im Kino damals gar nicht überzeugt, beim Wiederschauen jetzt aber sehr zugesagt hat). Auf der Kinoleinwand laufen gerade überfordernd viele Filme, dass die in diese Wintertage geschoben werden, ist aus programmatischer Sicht sehr nachvollziehbar. Ganz, ganz toll war Sorry, Baby und solche Art von ruhigen Geschichten über ein bisschen schräge Charaktere, die auf der Suche nach sich sind, machen mir sehr viel Freude. Dann gabs noch zwei weitere Kino-Erlebnisse, die fantastisch waren, nämlich The Secret Agent und Sentimental Value, die zurecht vorab sehr viel Aufmerksamkeit erfahren haben. Ich mache mich sicherlich unbeliebt, aber aus Hamnet bin ich mit Kopfkratzen rausgegangen. Ja, da wird schauspielerisch abgeliefert, das Setdesign und die Musik sind beeindruckend, aber dieser Erzählung ist Subtilität fremd. Jede einzelne (!) Szene fühlt sich danach an, dass brachial und plakativ das Publikum zum Weinen gebracht werden muss. In manchen Abschnitten passt das, in anderen ist das so grausam peinlich (Beispiel: Shakespeare steht beim Vollmond an der Themse, erwägt da aus Trauer reinzuspringen und in dem Moment fällt ihm sein berühmtes “Sein oder Nicht-Sein” ein…). Ich sag auch nicht, dass es ein schlechter Film ist, ich frage mich nur, ob ich scheinbar wirklich die einzige bin, die Hamnet maßlos überzeichnet findet.

Hier nochmal mein Profil auf Letterboxd.

📖 Es mag den Eindruck vermitteln, dass ich *nur* schaue, ich lese aber auch gerne 😉 und da hat mich im Dezember Lea Ypi’s Frei sehr begeistert, die das Aufwachsen in Albanien zur Zeit des politischen Umbruchs in den 1980/1990er-Jahren auf sehr einfühlsame, sehr humorvolle Art erzählt.

Und eine kulinarische Leseempfehlung hab ich auch noch: die dritte Ausgabe vom Popchop-Magazin ist da.

🎧 Ich hab die Folge zwar schon vor einiger Zeit gehört, aber sie passt sehr gut zum Jänner, wo wir alle dann doch recht viel über unser Konsumverhalten nachdenken: die Folge “The Paradox of Please” von Hidden Brain beschäftigt sich mit unstillbaren Verlangen, Süchten, Kapitalismus und mentaler Gesundheit. Große Hör-Empfehlung!

Ich wünsche uns, dass der Schnee-Gatsch vor der Tür bald weg ist und dass ihr es euch gemütlich und warm machen könnt,

Carina 👋

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